Musik mit’m Computer machen

Kann man sich ewig drüber streiten. Recht hat sowieso jeder (das is’ ja das geile am Streiten). Glücklicherweise musste ich bislang nur einmal diese Diskussion führen (“Mit’m Computer auflegen is’ doch dämlich, blah blah blah….”).

Mir selber ist es ja echt egal, wie einer die Musik ans Volk bringt, solange man merkt, dass derjenige es eben ernst meint. Beim Auflegen mit Computer ist aber eins der großen Probleme, dass viele Leute sich dann doch ein wenig mehr Gedanken machen dürfen, wie das so auf das Publikum wirkt. Platten zu suchen oder Tracks durchzuscrollen ist zwar beides nicht sonderlich fotogen, aber wenn einer den ganzen Abend nur auf seinem Mac ‘rumklickt, sieht das einfach doof aus. Die of beschworene ‘Verbindung zur Crowd’ kann man sich damit sowieso abschminken. Mal ehrlich.

Irgendein rotziger Controller und schon muss man nicht mehr auf den Bildschirm starren, sondern kann beim Drücken auf PLAY auch mal eben nach oben gucken und so die Reaktion mitbekommen. Das sind Welten …..

Was wollte ich eigentlich sagen?  Ach ja:

Dieser Typ (Fred Falke, der übrigens enorm down to earth ist) bringt es zum Ende des Videos auf den Punkt; geht zwar eigentlich um Ableton und so, is’ aber egal: “I don’t want to be looking like I’m too much thinking. People don’t want to come and seeing someone thinking in front of his computer”.

(Und Ableton-Videos gehen sowieso immer)

Vorbereitung für Gigs

Ich spiele relativ wenige Gigs. Das hat unterschiedliche Gründe. Einer der wichtigsten ist aber, dass ich das hier zum Spass mache und vermeiden möchte, in einen Trott zu geraten und jeden Abend meine tiptop Playliste runterzuklicken. Das sollen andere machen is’ mir egal.

Etwas, dass ich aber schon sehr lange mache, hat bei Traktor einen eigenen Namen bekommen: Preparation List. Das ist nichts anderes als eine Playlist. Einziger Unterschied: sie ist etwas leichter zu erreichen. Man markiert eine Playlist als ‘Preparation List’ und kann im Kontextmenü eines Tracks eben ganz fix sagen ‘add to Preparation List’.

Soweit, so Hut.

Ich lege nach JEDEM Gig so eine Liste neu an. Gepflegt wird sie dann über die kommenden Tage/ Wochen mit dem, was mir so unter die Ohren kommt. Was dabei rauskommt, ist oft ein angenehm wirrer Misch:

Traktor_002

Nicht alles wird immer gespielt, aber die aktuelle Preparation List ist grundsätzlich der Fokus des nächsten Gigs und sorgt schon von alleine für Abwechslung.

Und weil man ja nicht ständig seinen Laptop dabei hat, habe ich sehr lange Zeit überall einen Block mit mir herumgetragen, um alle Ideen festzuhalten:

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Das Ding ist mir zwischenzeitlich echt ans Herz gewachsen. Auf GAR KEINEN FALL durfte z.B. eine Seite herausgerissen werden. Außerdem muss es immer eine ganz bestimmte Sorte von Block sein. Musik habe ich von der letzten Seite beginnend nach vorne gesammelt, andere Ideen von vorne nach hinten. Tracks, die auf eine Playliste kamen, wurden auf eine besondere Art durchgestrichen, etc etc.

Ziemlich archaisch, aber wirkungsvoll. Den Block habe ich mittlerweile nicht mehr so oft dabei, dafür läuft die Geschichte dann per Smartphone  – ähnlich steinzeitlich und ähnlich zwangsneurotisch.

CIMG8820

Playlist 8.11.

Mal schauen, ob ich das so beibehalte, aber der Abend gestern war geil. Die Playlist ist relativ erdig, aber so war’s halt gestern.

Ausserdem isses der Beweis, dass das ein NEUNEINHALB Stunden langes Set war. Ich bin ein wenig müde. Liegt wahrscheinlich am Alter.

Und Herrje, ich hab’ Einiges zweimal gespielt. Mag ich gar nicht. Liegt wahrscheinlich auch am Alkoholter. Den Track ‘Vergesslich’ von Nico Suave zweimal zu spielen, weil man … vergessen … hatte, den bereits gespielt zu haben, hat ja auch eine gewisse Ironie.  Ich bitte außerdem darum, den übergeordneten Augenzwink bei Puppetmastaz -> Gonzales -> Daft Punk wohlwollend zu bewerten. Musiknerdizismus ganz groß. Ganz groß.

 

Playlist nach’m Klick

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Playlists und überhaupt

Mit dem Workflow ist das ja so eine Sache. Wenn man sich einmal was draufgeschafft hat, dann ist es immer schwer, da wieder von runter zu kommen. Genau so geht’s mir auch mit der Organisation meiner Playlisten. Das ganze ist ursprünglich entwachsen aus den Unzulänglichkeiten von Torq (M-Audio / Avid), hat sich aber zu einer echt brauchbaren Kiste gemausert:

Traktor_002

Man kann mehrere Sachen erkennen, zwei davon sind wichtig: Ich habe relativ wenige Playlists mit etwas breit gefassten Gruppierungen: Funk, Gitarre, HipHop, … . Die selben Kategorien sind dann nochmal im Kommentarfeld jedes Tracks gepflegt. Ein Track, der in der HipHop-Playliste ist, hat also auch ‘HipHop’ im Kommentar gepflegt. Da Tracks in mehreren Playlisten auftauchen können, kann es auch mehrere Kommentare zu jedem Track geben.

Der Vorteil ist, dass ich ohne großes ‘rumgeklicke nach passenden Tracks suchen kann. Spiele ich z.B. gerade Hip Hop und möchte nach Gitarrensounds wechseln, brauche ich z.B. nur nach ‘Transition’ oder ‘Gitarre’ suchen und bin automatisch bei passigen Tracks, unabhängig davon, in welcher Playlist ich mich gerade befinde.

Wer wissenschaftlich argumentiert, der stellt fest, dass es immer noch eine Abhängigkeit der Ergebnisse von der jeweils aktuellen Playlist gibt (könnt Ihr mir noch folgen?). Aber das macht nix. Ohne die würde man ja immer die selben Tracks spielen. Muss nicht sein.

Das ganze steht und fällt mit der Pflege der Playlists und der Kommentare, aber das ist eben die Arbeit, die man hat – dafür muss man keine Plattenkisten mit sich rumschleppen.

(Und ja – ich pflege eine ‘Country’-Playlist)

Setup

“Traktor auf’m Mac” gehört ja mittlerweile eh zum FeldWaldWiesenSetup, da ist nix besonderes mehr bei.

 

Ich habe mir meine Traktor-Oberfläche angepasst, um den bestmöglichen Kompromiss aus Browser- und Trackansicht zu bekommen. Außerdem muss alles so sein, dass man nach einem Bier morgens um halb drei noch fix erkennen kann, was Sache ist.

Traktor_002

Bedient wird das ganze zu 78% mittels externem Controller:

Numark_001

 

Wie ich zu diesem Schätzchen gekommen bin, habe ich ich hier bereits lang und breit erklärt. Mittlerweile ist die Sache jedenfalls echt ‘rund’ geworden, sodass ich herzlich gerne alle anderen Controller links liegen lasse. Ausserdem hat er noch Platz für’n Sticker mit den Sachen, die ich im Eifer des Gefechts sowieso immer vergesse.

Mit dem Ding kann ich 2 Decks steuern. Scrollen in einer Playlist und Laden eines Tracks in Deck A oder B ist ja standard. Aber dann kommt’s:

Die gelben Taster springen jeweils eine Que an, sofern vorhanden. Ich habe hier relativ viel Aufwand betrieben und das Verhalten von Traktor per Controller Editor dem angeglichen, was ich von Torq (andere Story,  später) gewohnt bin. Im Gegensatz zum normalen Verhalten von Traktor passiert beim Aufruf eines noch nicht gesetzten Cue-Punktes nämlich … nix. So verhindere ich, versehentlich Cue-Punkte zu setzen. Gibt ja nichts schlimmeres.

Cue-Punkte werden erst gesetzt, indem die Taste ‘Cue’ und gleichzeitig die gewünschte gelbe Taste für die Cup 1 – 4 gedrückt wird. Alles klaro? Hier noch mal in langsam:

Die blauen Tasten setzen Loops. 4, 8 und 16 Takte (Was ‘in echt’ 1, 2 bzw 4 Takten entspricht). Wenn man eine der Tasten bei bereits aktiviertem Loop noch einmal drückt, halbiert sich die Länge des Loops. Hält man die Taste ‘Cue’ gedrückt und drückt eine der Loop-Tasten, verdoppelt ich die Länge des gerade aktiven Loops. Benutze ich heute bei weitem nicht mehr so oft wie früher, aber es tut immer noch seine Dienste. Schad’ halt nicht. Mit der schwarzen Taste daneben  geht der Loop wieder aus. Klaro.

Die roten Taster sind mit Effekten verknüpft. Die sind jeweils nur solange aktiv, wie die jeweilige Taste gedrückt ist. Dry/ Wet geht über den Crossfader. Der schwarze Taster rechts daneben schaltet Traktors Flux-Mode an und aus. der letzte schwarze Taster ist noch ohne Belegung.